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Die Geister, die keiner rief…



In unserer kleinen gar so beschaulichen eine Millionenstadt Köln haben wir ein vorherrschendes Problem, den Wohnungsmangel oder besser ausgedrückt keinen bezahlbaren Wohnraum. So weit so gut, denn das ist wirklich nichts Neues. Was man aber neu in Angriff nehmen könnte, wäre eine Anlaufstelle bei der Stadt, die mit einem vorgegeben Handlungsrahmen Konzepte erarbeitet und Lösungen schafft.

„Alle Wege führen nach Rom“ heißt es so schön – hier bei uns in der Stadt führen alle Wege zum und über das Bauaufsichtsamt! Hier wird nicht nach Dringlichkeit bzw. Größenumfang bei An-, Auf-, Neubau oder Nutzungsänderung gearbeitet, sondern nach Datumseingang. Das bedeutet, dass in allen Fällen hohe Kosten durch Warte- und Entscheidungszeiten entstehen. Die aktuell zu erwartende Preissteigerung kombiniert mit der derzeitigen Inflation wird den kleinen Privatleuten den Mut und vor allem die finanzielle Ausdauer nehmen, sich diesem Ungetüm zu stellen. Also, wo sind die Menschen mit den Lösungen für unsere Stadt? Heißen sie Politiker oder lässt man auch mal die Bürger aktiv werden? Ich könnte mir vorstellen, dass es viele Menschen in unserer Stadt gibt, die gute Lösungen schnell entwickeln können. Doch dann brauchen wir vor allem eins, den Mut der Politiker im Sinne der Sache auch schnelle Entscheidungen zu treffen, so wie z.B. die IG Gastro einen eigenen Ansprechpartner in der Stadt hat, wo auf dem kurzen Dienstweg die Dinge effizient geregelt werden. Wir können uns einfach nicht mehr leisten, 17 Jahre über Entscheidungen für Baumaßnahmen und Umsetzung zu diskutieren, wie aktuell das Beispiel des Rheinparkcafe zeigt! Um es mit den Worten von Olaf Scholz zu sagen: „Das nenne ich aus der aus der Zeit gefallen.“ Von dem Schwank unser Groschengraboper und dem 12-jährigen Wiederentstehungsdebakel rund um das Dom Hotel will ich gar nicht erst anfangen zu schreiben… Wenn in Köln überhaupt nichts bei den großen Prestigeobjekten klappt, was spricht denn dagegen, es im Kleinen jetzt einfach mal besser zu machen?!

Wir waren beim Thema Leerstand und einer der dafür Hauptgründe ist, dass sich mancher Eigentümer nicht mehr um seine Immobilien kümmert. Da es sich hier um Eigentum handelt, kann man niemanden vorschreiben, was er mit seiner Immobilie zu tun hat. Sicher gibt es das Bußgeld für Leerstand, das aber sollte nochmal unterschieden werden zwischen Privatleuten, die eine Immobilie besitzen und Gesellschaften bzw. Firmen, die bewusst den Leerstand in Kauf nehmen. Bei Letzteren wären empfindliche Bußgelder wünschenswert und würden vielleicht zu einem Umdenken führen. Ein anderer Fakt: Immobilien die Russland gehören und in Köln leer stehen. Rein rechtlich gesehen kann die Stadt Köln nichts unternehmen – vielleicht braucht es auch hier einfach nur den Mut und Willen Rahmenbedingungen zu verändern mit dem es sich rechtskonform gegen so einen Leerstand vorgehen lässt. Ein informeller Weg wäre, russische Personen des öffentlichen Lebens zu bitten, ihre Stimme für das Problem einzusetzen. Auch wenn Russland und wir aktuell ganz andere Probleme haben, geht das Leben in unserer Stadt doch trotzdem weiter. Aktuell brauchen wir für ältere Menschen, sozialschwache Familien, Flüchtlinge und Obdachlose dringend Wohnraum. Der dritte wichtige Aspekt beim Wohnraummangel ist das Thema vererbter Immobilen an Stiftungen und soziale Einrichtungen etc… Diese werden nicht wirklich immer korrekt genutzt, geführt oder verwaltet. Alleine die vielen Einfamilienhäuser im Stadtteil Lindenthal, die der Universität vererbt worden sind, sind zum größten Teil in keinem guten Zustand. Auch hier stellt sich die Frage: Muss das sein? Können die Labore und die Büros nicht aus den Einfamilienhäusern verschwinden, damit man diese an Menschen vermieten kann, die dort gerne leben möchten? Konrad Adenauer hat bestimmt nicht damals die Menschen für die Erstellung des Grüngürtels enteignet, damit in dieser Gegend heute Büros in Einfamilienhäusern untergebracht werden. Nummer vier wären die Häuser und Wohnungen die still vor sich hin verfallen, keiner weiß – bis auf die Stadt – wem sie gehören. Jeder, auch die Immobilienmakler beißen sich an diesen leerstehenden Häusern die Zähne aus. Auch hier müsste eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden, dass in diesem Fall ein zuständiger städtischer Mitarbeiter mit den Eigentümern in Kontakt tritt und Lösungen im Einzelnen findet bzw. anbietet – nur so könnte man eine Bewegung erreichen und diesem morbiden Stillstand unserer Straßenbilder beenden.

Während einige in unserer Stadt drüber nachdenken, ob sie ihr Ladenlokal nicht zu Wohnraum umnutzen ist ein wunderbares Phänomen zu beobachten: In den kleinen Seitenstraßen blühen kleine Ladenlokale auf – einige werden wiederbelebt, andere sogar neu geschaffen. Was sagt uns das? Da wo Menschen leben, möchten sie auch in Geschäfte gehen können und ihrem sozialen Umfeld begegnen. Ob es in d´r Weetschaff op d`Eck ist oder in d´r Kaffebud: das sind alles die späteren Treffpunkte der Erwachsenen. Genau deshalb sollte man keine Ladenlokale zu Wohnraum, keine Einfamilienhäuser zu Büros und keine zu Ladenlokalen zu Immobilienbüros umfunktionieren. An dieser Stelle möchte ich schließen und meine Hoffnung ist, dass viele gute Dinge durch diesen Blog angestoßen werden. Alleine das wir, die hier leben drüber reden oder vielleicht diesen Blog durch Teilen verbreiten gibt der Sache eine Form der Priorisierung. Vielleicht wird es ja sogar dadurch irgendwann zur Chefsache. Es wäre wünschenswert, denn nur so wird in Zukunft das Leben in unserer Stadt lebenswerter!

Artikel: Katrin Röllgen. Foto: Moritz Mentges/ Unsplash

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