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Peter Schnitzler - Tanzen war seine Passion!

Aktualisiert: 19. Feb. 2022


Peter Schnitzler - Choreograph - Köln - Tänzer

Lieber Peter Schnitzler - "Meister" von deinen Tänzer*innen genannt - heute wäre dein 95.Geburtstag. Die Lücke, die Du vor 3 Jahren hinterlassen hast, bemühen sich viele deiner Tänzer*innen zu schließen. Sie sind alle deine „Kinder“, wie Du sie immer gerne genannt hast, wenn sie lange genug von dir und deiner lieben Frau Hilde trainiert wurden. Ich selbst habe auch weit über 20 Jahre bei euch im legendären Mittwochsballett trainieren dürfen. Meine tänzerischen Wurzeln liegen aber in deiner - damals weit über die Grenzen von Köln hinaus - bekannten Stepptanzgruppe, die immer mit Live Gesang von Ludwig Sebus und Claudia Engels im Duett begleitet wurde.


Jeder der dich kennen lernen durfte, verbindet mit Dir persönliche, schöne, lustige und manchmal sehr aufregende Tanzerlebnisse. Deinem ungeheuren Temperament und deinem Charme war die verbale Mischung geschuldet, die fließend wechseln konnte zwischen der perfekten Ballettterminologie und dem Gebrauch wahrhaft kölscher Fachausdrücke.

Deine unentwegte Begeisterung, gepaart mit manchmal explosiven Emotionsausbrüchen und die Liebe zu den Menschen mit Blick auf deren künstlerische Talente war dein Lebenselixier. Nicht von ungefähr kam immer der Satz kurz vor der Premiere:

"Der Rest ist Talent!"


Egal bei welcher Premiere, man konnte sich sicher sein, dass man von dir – verbunden mit einem kräftigen „Toi, Toi, toi“ über die Schulter bespuckt wurde. Nicht ohne den Hinweis, dass das Glück bringe. Großes Entsetzen, aber es blieb keine Zeit für Einspruch, denn es geschah meistens ein paar Sekunden vor dem großen Bühnenauftritt. Für deinen eigenen Segen zur Premiere hast Du immer den lieben Gott persönlich um Unterstützung gebeten – das war dir und Hilde wichtig. Es gab nicht eine Premiere des Divertissementchens (es waren insgesamt sage und schreibe 50 Premieren, die du mit dem Zillchen als dessen aktiver Ballettmeister verbringen durftest), an der Du nicht zur schwarzen Madonna in die Kupfergasse gegangen bist, um für eine gelungene Premiere zu bitten und zu beten.

Generationen von Profi- und Karnevalstänzern*innen hast Du immer mit deiner Leidenschaft zum Tanz so lange auf deiner "grünen Wiese" unterrichtet, bis sie zu "Höherem" berufen wurden. In Aachen waren es die besten Positionen, die im Stadttheater zu vergeben waren, in Köln galt dein Augenmerk auf den Solisten des Kölner Karnevals, doch sehr schnell gesellten sich auch Chorgesellschaften und Tanzgruppen hinzu. Es war immer ein großer Schritt und auch ein Wagnis für jeden Laientänzer, von dir auf eine Solopositionen befördert zu werden. Doch dein Blick für Talente wurde immer belohnt, denn deine Tänzer*innen haben sich mit ihrer Leidenschaft für den Tanz ihrem Ballettmeister ganz hingegeben. Dafür hast Du zu 100 Prozent hinter jedem deiner Tänzer gestanden und sie auch schon mal in Schutz genommen. Wie Du so berechtigt im Hinblick auf dein „Schaffen“ einmal sagtest:

"Das muss ein Choreograph können, die Begeisterung in seinen Tänzern entfachen!"


Ja, dass konntest Du, die Menschen für dein Thema, den Tanz zu begeistern, selbst jene, die noch nie in ihrem Leben einen Polka Schritt von weitem gesehen hatten, haben diesen später perfekt auf den großen Bühnen Kölns dargeboten. Das war deine große Kunst, mit dem menschlichen Material zu arbeiten, was man Dir zur Verfügung gestellt hat. Du hattest stets die Stärken der tänzerischen Eigenschaften des Einzelnen im Fokus, um diesen bestmöglich im Rampenlicht zu platzieren. Auch das ist es, was noch heute einen guten Choreograph*in auszeichnet.


Wenn wir heute an dich und Hilde denken, tun wir dies mit einem Lächeln im Gesicht und einer Träne im Knopfloch. Wir sind uns sicher, die Engel im Himmel tanzen an Fastelovend zu deiner Choreographie zum Hit von Karl Berbuer "Im Himmel is d'r Düvel los… " Und wenn die Kapelle ihren letzten Tusch gespielt hat hören wir deine sonore Stimme ertönen mit den legendären vier Worten:

" Herr Scheiblreiter, spielen Sie!"


So wirst Du vielen Generationen an Tänzern*innen in Erinnerung bleiben. Als Ehrenbürger dieser Stadt - der mit sämtlichen „Erfolgsschrott“ (O-Ton Peter Schnitzler) schon zu Lebzeiten bedacht worden ist, gibt es tatsächlich nur noch eine einzige Sache die der Meinung der Stadtpatrioten nach fehlt. Ein bleibendes Denkmal, was an dein Lebenswerk im Tanz für Köln und den Kölner Karneval erinnert. Wir sind sehr gespannt, wann es endlich soweit ist!

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